Unser Kenntnisstand zum Thema Energiepaß
(27. Oktober 2006)

Die Bundesregierung ist aufgrund eines europäischen Gesetzes gehalten, eigentlich noch im Jahr 2006 Energiepässe einzuführen. Es wurde zunächst erwartet, daß das entsprechende Gesetz im Herbst 2006 in Kraft tritt. Ein Referentenentwurf wurde am 5. April der Presse vorgestellt (siehe die Mitteilungen des Ingenieurbüros bau+ in Bochum, mit denen wir kooperieren), mittlerweile (neu) meldet die Presse, daß eine Einigung erzielt und das Gesetz ab dem 1.1.2008 in Kraft treten soll.

Wir sehen positiv, daß die Ausgabe von Energiepässen in der Bevölkerung den Informationsstand verbessern soll, was die Heizkosten von Häusern und Wohnungen betrifft. Als Kernaussage eines Energiepasses wird bei den meisten Häusern eine Zahl zwischen 100 und 300 kWh ermittelt werden, welche den durchschnittlichen Verbrauch an Heizenergie pro Quadratmeter und Jahr angibt.

Wer vorab selbst rechnen will: die Gasrechnungen der Energieversorger weisen den kWh-Wert aus. Bei Ölheizungen ergibt 1 Liter Öl 10 kWh. Ein gutes Haus wird ähnlich wie ein gutes Auto zehn Liter Öl / Benzin und weniger benötigen (wobei der Wert sich beim Auto auf 100 km beim Haus auf einen qm und ein Jahr bezieht).

Wir haben für die von uns verwalteten Häuser, die eine Sammelheizung haben, für das Jahr 2005 eine durchschnittliche Zahl von 158 kWh ermittelt. Ein solcher Wert würde voraussichtlich in einem Energiepaß auf der Grenze zwischen grünen Bereich (gut) und gelben Bereich (durchschnittlich) liegen. Der rote Bereich (schlecht) soll bei etwa 300 kWh beginnen.

Bei Werten unter 150 kWh (oder 15 Liter Öl) ist für zukünftige Vermietungen oder Verkäufe ein hilfreiches Argument gewonnen. Insofern hat die Anschaffung eines Energiepasses Vorteile.  

Leider ist ein solchen Energiepaß nicht ganz billig, weil außer der Feststellung eines durchschnittlichen Verbrauchers (anhand der Energierechnungen der letzten Jahre) voraussichtlich auch eine technische Aufnahme des Gebäudes mit Wandstärken etc. gesetzlich gefordert sein wird, um auch theoretisch zu errechnen, welcher durchschnittliche Verbrauch in Zukunft zu erwarten ist. Die Bundesregierung will die Energiepässe auf beiden Wegen (nach Verbrauch / nach technischer Aufnahme und Berechnung) erlauben, wird aber vermutlich den preiswerten Energiepaß (nach Verbrauch) immer nur für ein Jahr gelten lassen, den teurerer dagegen länger. Wir sind mit mehreren Anbietern im Gespräch, haben alle unsere Eigentümergemeinschaften in diesem Jahr ausführlich informiert und werden auf den Eigentümerversammlungen in 2007 Beschlüsse zur preiswerten Anschaffung von Energiepässen vorbereiten.

Das Muster eines Energiepasses kann man sich bei der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) herunterladen.

neu: Energieberater findet man beim Deutschen Energieberater-Netzwerk, dort gibt es auch einen Link zu einer Datenbank mit Daten über die Förderungen mit KfW-Mitteln (Kreditanstalt für Wiederaufbau).

neu: Wetterdaten gibt es beim Institut Wohnen und Umwelt, dort sind die Gradtageszahlen der deutschen Wetterstationen von der Nordsee bis zu den Alpen abrufbar (unter "Download" und "Berechnungswerkzeuge").

 

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